Sternenzelt
Sternenzelt
Bewacht mich
In schwarzer
Nacht
Keine Angst
Kein Sturm
Kommt auf
Warmer Wind
Streichelt
Meine Haut
Geborgen
Beschützt
Im Mutterleib
Der Natur
So liege ich
So träume ich
Von Erdbeereis
Am Strand
Mit dir
Haare
Männer haben Bartwuchs
Haare am ganzen Körper
Von Kopf bis Fuß
Frauen haben
Schöne Frisuren
Haare werden gepflegt
Geschnitten geformt
Gefärbt gefönt
Haare können
Symbol sein
Für Stolz und Schönheit
Für Freiheit
Für Rebellion
Für Treue zur Religion
Es wurden
Glatzen geschnitten
Es wurde nicht
Gesagt warum
Menschen
Wurden kahlgeschoren
Entehrt
Dann vergast
Heutige Nazis
Hassen Schönheit
Hassen Freiheit
Hassen Religion
Hassen Menschen
Hassen sich selbst
Sehnen sich
Ins Gestern
Als Menschen
Vergast wurden
Ein ander
Wir standen
Vor ein ander
Wir gingen
Mit ein ander
Wir lagen
Auf ein ander
Wir lachten
Über ein ander
Wir stritten
Mit ein ander
Wir gingen
Aus ein ander
Wir sind
Ein ander
Ferne Nähe
Weit entfernt
Sitzen wir
Neben einander
Blicke treffen
Sich nicht
Irgendwelche Worte
Fallen in
Irgendeine Stille
Ungehört
Entfernung so nah
Stiche
In deinem Herzen
Fühle ich
In mir
Phantasie
In meinem
Rollstuhl werde ich
Durch die Altstadt
geschoben
Auf der anderen
Straßenseite
Ein süßer Typ
Auch im Rollstuhl
Winkt mir zu
Ich denke
Mit dem würde
Ich gern gehen
Wirklichkeit
Ich bin
Gar nicht mehr so
Wie du mich
Mal kanntest
Oder hast du mich
Gar nicht gekannt
Ich bin
Gar nicht mehr so
Und das gefällt mir
Weißt du noch
Wie wir lachten
Wie wir
Lustige Gesichter machten
Ich bin
Gar nicht mehr so
Und das gefällt mir
Die Witze
Sind alle erzählt
Es gibt
Niemanden mehr
Der mir fehlt
Die Geschichten
Sind Geschichte
Ich bin
Gar nicht mehr so
Wie du mich
Mal kanntest
Oder hast du mich
Gar nicht
Gekannt
Und du weißt
Gar nicht
Ob das
Wirklich
So ist
Uferlos
Wohin
Treibt mich mein
Boot des Lebens
Auf meinem
Lebens-Fluss
Wie lange noch
Habe ich
Kraft
Zum Rudern
Verschluckt mich
Der Fluss
Um mich
Auf eine
Neue Reise
Mit sich
Zu nehmen
Straßencafé
Kleiner runder Tisch
Eisbecher
Sonne
Radfahrer rast vorbei
Hund pinkelt an Plakatständer
Frau schiebt Kinderwagen
Kind heult
Eis lecker
Schoko Zitrone Sahne
Eiskugeln sind teuer geworden
Mann am Nebentisch raucht
Kellnernder Schüler
Tut mir leid nur Bargeld
Zu frühe Wespe auf Sahne
Hubschrauberlärm am Himmel
Bundeswehrstützpunkt
Nicht weit entfernt
Parallelen
Schau
Ein Rabe auf dem Zaun da
Meine Liebste schwitzt und schiebt
Mich im Rollstuhl – weil sie mich liebt
Durch Flora und auch Fauna
Na das es sowas gibt
Schnell mach ein Bild ich liebe Raben
Sie sagt das kannst du haben
Den knipse ich den Knaben
Der Rabe fliegt davon – nicht wild
Doch wie für Menschen gilt
So auch für Raben
Das Recht am eignen Bild
Miss Verständnis
Ein alter Mann
Steht am Straßenrand
Autos rasen vorbei
Heulende Motoren
Der alte Mann
Dreht den Kopf
Nach rechts nach links
Ballt eine Faust
Schreit Yeah
Eine junge Frau
Schreit verängstigt
Ohmeingott er ist dement
Der alte Mann
Grinst
Geht gut gelaunt ins
Straßencafé
Bestellt ein Bier
Sagt zum Kellner
Formel Eins in
Unserer Stadt
Passanten kümmern
Sich um die
Kreischende Frau
Im Park
Im Park
Liegt eine Atombombe
Eine Katze
Schnuppert daran
Eine Frau
Schiebt einen Kinderwagen
Die Sonne scheint
Die Katze
Pinkelt auf die Bombe
Im Kinderwagen
Schreit ein Kind
Die Frau
Beißt in ein Brötchen
Radfahrer jagen vorbei
Normaler Vormittag

Früher
Früher
Gingen wir
Hand in Hand
Heute
Finde ich
Nur Schatten
An der Wand
Die Sonne
Versinkt im Meer
Keine Spuren
Am Strand
Schatten
Verdunkelt die
Vergangenheit
Die Zeit der Kirschen
Ist vorbei
Einst Herzen
Die sich verbinden
Jetzt Hände
Die sich nicht finden
Die Sonne
Versinkt im Meer
Keine Spuren
Am Strand
Schatten
Verdunkelt die
Vergangenheit
Die Zeit der Kirschen
Ist vorbei
Glück war es
Was die Herzen
Sich versprochen hatten
Doch das Licht
Brachte uns den Schatten
Die Sonne
Versinkt im Meer
Keine Spuren
Am Strand
Schatten
Verdunkelt die
Vergangenheit
Die Zeit der Kirschen
Ist vorbei
Autrefois
- Une chanson –
Autrefois
Nous marchions
Main dans la main
Aujourd’hui
Je ne trouve
Que des ombres
Sur le mur
Le soleil
S’enfonce dans la mer
Aucune trace
Sur la plage
L’ombre
Assombrit le
Passé
Le temps des cerises
Est révolu
Autrefois, des cœurs
Qui s’unissaient
Aujourd’hui, des mains
Qui ne se retrouvent plus
Le soleil
S’enfonce dans la mer
Aucune trace
Sur la plage
Des ombres
Assombrissent le
Passé
Le temps des cerises
Est révolu
C’était le bonheur
Que les cœurs
S’étaient promis
Mais la lumière
Nous a apporté l’ombre
Le soleil
S’enfonce dans la mer
Pas de traces
Sur la plage
Des ombres
Assombrissent le
Passé
Le temps des cerises
Est révolu
Heute
Heute habe ich
Hinter den Spiegel
Geschaut
Da war niemand
Ich sagte
Dich kenne ich
Bist immer weg
Wenn ich dich
Brauche
Nicht auffindbar
Einfach verschwunden
Du hast plötzlich
Geantwortet
Du könntest mich
Im Spiegel sehen
Ich kauf´ mir was
Zuerst
Zwei neue Daumen
Einen linken einen rechten
Hautfarbe aussuchen
Wie beim Zahnersatz
Dann
Zwei neue Knie
Ein linkes ein rechtes
In der nächsten Abteilung
Bestelle ich
Zwei neue Hüftgelenke
Ein linkes ein rechtes
Wird alles abgebucht
Von der Visa Card
Neue Augen
Farbe egal
Grad ausverkauft
Jetzt noch
Mit dem Fahrstuhl
In die dritte Etage
Abteilung für
Neue Herzen
Der Verkäufer
Kümmert sich und fragt
Ist das alte gebrochen
Ich nicke
Ach die Warteliste ist lang
Er schaut mir in die Augen
Ich kann dir
Ein besseres
Angebot machen
Ich fühle
Herzklopfen
Sommer sowieso
Sommer sowieso
Auch der Rest
Genannt Herbst Winter Frühling
Kommt sicher
Mit mir oder ohne mich
Mit dir oder ohne dich
Das interessiert kein Schwein
Ob es heißer wird
Ob es kälter wird
Nass oder trocken
Mit Menschen
Oder ohne
Das interessiert kein Schwein
Knochenfunde
In ein paar tausend Jahren
Werden von dummer
Überheblichkeit
Einer ausgestorbenen Spezies
Berichten können
Vielleicht findet man
Zur Ehrenrettung
Wenigstens
Ein paar Bilder
Von Frida Kahlo
Und eine CD
Mit einem argentinischen Tango
Herrschaftszeiten
Zurzeit herrscht
In über fünfzig Ländern
Der Welt Krieg
Von welchen Kriegen
Weiß ich etwas
Kenne ich Zusammenhänge
Warum überall Krieg
Auch dort wo angeblich
Kein Krieg
Warum Texte schreiben
Gegen Krieg
Wie viele Texte gegen Krieg
Habe ich schon geschrieben
Völkerrecht Menschenrecht
Ja das ist alles relativ
Meint ein sogenannter Politiker
Ein anderer sagt
Völkerrecht interessiert mich nicht
Gern würde ich sagen
Politiker interessieren mich nicht
Schon gar nicht solche
Die Kriege befehlen
Solche die
Aus sicherer Entfernung
Aus Limousinen winkend
Verständnis zeigen
Für Kriegsverbrecher und
Mord Befehlende
Wie frisst sich
Hass und Wut
In mich hinein
Wenn ich denke
Die sollte man alle
Erschießen
So würden Kriege
Nie enden
Wie verkommen sind
Diese Dreckskerle
Die sich die Taschen vollstopfen
Nein das ist kein Klischee
Die Milliardäre (es gibt Tausende
Dieser überflüssigen Spezies)
Die die Welt beherrschen
Kinder werden regelrecht
Zerbombt
Und hier wird über
Den Ölpreis spekuliert
Das ist pervers
Hat einst
Corona Streit und Zerwürfnis
In unsere Familien gebracht
So sind wir schnell
Wieder stumm und abgestumpft
Sprachlos gleichgültig gegenüber
Hetze gegen Muslime gegen Juden
Gegen Ausländer
Das alles ist Krieg
So ist nicht nur
In über fünfzig Ländern
Krieg sondern
In unseren Herzen
Ja der kann das gut schreiben
Und was bringt das jetzt
Es ist zum Verzweifeln
Das weiß ich
Auch weiß ich
Verzweifeln wäre
Genau das Falsche
Das Brot der späten Jahre
Bevor der Sohn zu uns kam, nannten wir die tschechische Mutter meiner Frau „Mami“. Nachdem der Sohn zu uns gekommen war, wurde aus „Mami“ „Babitschka“, also „Oma“. Jetzt nannten wir sie also Babitschka, und das machen wir immer noch so, Jahre nach ihrem Tod.
Babitschka liebte Brot mit Kümmel. Aber nur den Geschmack von Kümmel. Vor dem Essen hielt sie jede Scheibe Brot gegen das Licht und stach mit einem kleinen Messer den Kümmel aus der Brotscheibe, weil sie die Kümmelkörner nicht beißen konnte. Ich lachte darüber.
Zum Beschmieren des Brotes mit Butter und Schmelzkäse nahm sie ein kleines Messer. Ich nenne solche Messer „Kartoffel-Schälmesser“. Sie schnitt dann die Brotscheibe in kleine Häppchen, um es leichter essen zu können. Ich fand das komisch.
Heute nehme ich mein Kartoffel-Schälmesser und eine kleine Kuchengabel zum Schneiden und Aufspießen der Häppchen und genieße mein Brot.
Wie früher Babitschka.
Geist
Sehnsucht
Frisst Herz
Geist
Frisst Sehnsucht
Begehren
Frisst Liebe
Geist
Frisst Begehren
Hass
Frisst Leben
Geist
Frisst Hass
Wasser
Wasser
Möchte ich sein
Rein und klar
Weich
Voller Kraft
Immer Wege finden
Dienen
Im Kreislauf
Des Lebens
Wasser
Reiselust
Er schreibt mir
Von der Insel
Sie schreibt mir
Vom Bauernhof
Sie schreibt mir
Aus Paris
Er schickt
Grüße aus den Bergen
Ich erzähle
Von früher
Wo ich
Überall war
Jetzt spare ich
Viel Geld
Auf Rollstuhlreisen
Im Wohnzimmer
Begleite ich
Die Freunde
Bequem
Ohne Koffer
Langer Herbst
Jetzt ist die Zeit
In der ich lieber
Allein bin
Dieser Herbst wird lang
Das Land versinkt
In blauem Dunst
Herbstkälte Regen Nebel
Klare Sicht gibt es nicht
Versprochen wird
Das Blaue vom Himmel
Geliefert wird
Jahrzehntealter graubrauner
Stinkender Schimmel
Wohl ist es falsch
Jetzt allein
Sein zu wollen
Doch sind
Alle Fenster alle Köpfe alle Herzen
Fest verschlossen
Ekelhafter blauer Dunst
Wie von Zigarren
Aus den fünfziger Jahren
Des letzten Jahrhunderts
Zieht übers Land
Leute
Macht die Fenster auf
Öffnet Köpfe und Herzen
Durchzug braucht das Land
Ehe die Kasernen voll
Und doch schnell wieder totenleer
Gefängnisse voll
Friedhöfe doppelt belegt
Jaja
So schlimm wird’s wohl nicht
Nein nein
Es wird noch schlimmer kommen
Der blaue Dunst
Muss raus
Lasst die Kinder spielen
Dann kommt Frühlingsluft
Dann vertreibt frischer Wind
Gestank und blauen Nebel
Das sind wir unseren Kindern
Schuldig
Bilderrahmen
Kleiner Bilderrahmen
Auf der Fensterbank
Ohne Bild
„Just for you“
Zwei dicke Teddybären
Unten am Rahmen
„Just for you“
Dein Foto wird gebraucht
Für die neue Bahncard 50
Mir bleiben Rahmen und Bären
Gute Reise
Zukunft
Unterm
Toten Wald
Ein Meer
Aus Tränen
Leblose
Affenkörper
Mit Taucherbrillen
Taumeln
Durchs All
Eiskaltblauer
Planet
Blutet aus
Eiterwundenkratern
Hai und Wolf
Küssen sich
Schon heute
Ich komm´ schon klar
(Lied an einen weit entfernten Mann)
Wie Schnee
Im Sonnenschein
Zweifel
Durften nicht sein
Kein Verstand
Nur Träumerei´n
Ferngesteuert
Bei dir angeheuert
Für kurze Zeit
Weggeträumt
Unendlich weit
Was hast du
Gedacht
Was hast du
Gefühlt
Die Faszination
Hat mich
An deinen
Strand gespült
Doch
Die Illusion
Fiel mit einem Wisch
Wie Brotkrümel
Vom Tisch
Ich reise weiter
Es geht auch
Ohne dich
Trotz aller Tränen
Weine ich nicht
Ich muss es
Kapier´n
Das Kapitel mit dir
Ausradier´n
Ich komm´ schon klar
So
Wie es vorher
Ohne dich war
Verwandlung
1.
Erinnerungen
Verbrennen
Freundschaften
Lieben
Werden zum
Verkohlten
Skelett
Schwarze
Fleischreste an
Knochen
Der süße Duft
Der Erinnerung
Verwandelt sich
In Gestank
Verbrannter
Illusionen
Grauer Qualm
Steigt zum
Himmel
Verhüllt
Sonne
Lässt Kälte
Herrschen
2.
Sturm
Vertreibt
Qualm und Gestank
Gewitterregen
Wäscht
Asche fort
Tage des
Weltuntergangs
Werden vertrieben
Von Frühlingsduft
Keime sprießen
Atem
Bewegt
Universum
Aus
Totenstarre
Erwacht
Liebe
Was
Was
Bewirkt Lyrik
Gegen Völkermord
Gegen Krieg
Was
Soll ich tun
Um nicht endgültig
Zu verzweifeln
Was
Hilft anderen Menschen
Wenn sie verzweifeln
Was
Macht Mut
Was
Hilft gegen Diktatur
Krieg und Hass
Was
Tun als Pazifist
Meine Waffe
Ist die
Lyrik
Geräucherter Fisch
Am Bahnhofsvorplatz
Sind zwei Taubenleichen am verrotten
Ein alter Mann
Steht am Rollator vorgebeugt
Ich sitze da
Und esse Kieler Sprotten
Und frag mich
Warum wurde ich gezeugt
Die Taubenleichen
Waren mal zwei Turteltauben
Sie schmeckten nicht
Das Gift im Taubenbrot
Als Junge wollt´ der Mann
Im Leben viel erreichen
Seine Eltern fanden im KZ den Tod
Wie viele Leben
Enden sinnlos auf den Straßen
Hat Leben ohne Liebe einen Sinn
Warum wollen Manschen
Andere bestrafen
Ich frag mich ständig
Warum ich eigentlich hier bin
Am Bahnhofsvorplatz
Sind zwei Taubenleichen am verrotten
Ein alter Mann
Steht am Rollator vorgebeugt
Ich sitze da
Und esse Kieler Sprotten
Und frag mich
Warum wurde ich gezeugt
Walzer
Das ist kein
Gewitter
Wie man es
Im Sommer
kennt
Da braut sich
Was zusammen
Doch kein Palast
Aber jede Hütte
Brennt
Und jeder der
Irgendwie kann
Jetzt um sein Leben
Rennt
Wer Glück hat
Der wird erschossen
Und wird dafür
Dankbar sein
Wer überlebt
Hat sein Blut
Nicht
Vergossen
Doch ist er
Ein armes Schwein
Das Gewitter
Es dauert
Jahre
Es wird furchtbar
Sein
Dazu Regenfluten
Und Orkan
Das Regierungsgebäude
Stürzt ein
Tot sind all
Die Guten
Es regiert jetzt
Satan allein
Das Land ist
Vernichtet
Die Bäume sind
Kahl
Einer hat es
Berichtet
Sein Gesicht
So leer und so fahl
Und wenn du mich fragst
Wo ist das
Es kann
Unser Land sein
Nach der
Nächsten Wahl
Ich tanze
Mit dir
Für das Leben
Für die Liebe
Und gegen die Qual
Wir haben
Die Entscheidung
Benutz deinen
Kopf
Oder
Zahl